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Freitag, 22. Februar 2019

.. eine dunkle Winternacht.

Der Spiegel in dem sie sich betrachtete stand direkt gegenüber von dem Bett auf dem sie saß.
Sie hatte es heute Morgen wieder einmal nicht gemacht.
Aber das war jetzt egal. Heute waren ihre Gedanken woanders, denn heute würde sie es endlich tun.
Sie stand auf, machte einen Schritt auf den Spiegel zu. Sie schaute sich noch einmal genau an.
Von oben bis unten. Ihre weibliche Figur war umhüllt von einem riesigen schwarzen Pullover mit Kapuze. Die schwarze Hose kam knapp über den Knien wieder zum Vorschein und steckte ab kurz über den Knöcheln schon wieder in dicken schwarzen Winterboots. Genau so hatte sie in ihrer Vorstellung an diesem Tag immer ausgesehen. So oft ist sie diesen Tag in Gedanken durchgegangen und heute würde es endlich soweit sein. Bei dem Gedanken daran huschte ein Lächeln über ihr Gesicht. Sie streifte sich die Kapuze ihres viel zu großen Pullovers über ihr blondes Haar und atmete noch einmal tief durch. Dann ging sie mit schnellen Schritten auf ihre Zimmertür zu. Schon fast aus der Tür hielt sie kurz inne. Fast hätte sie das wichtigste vergessen. Sie machte auf dem Absatz kehrt und lief zurück zu ihrem Bett. Dort lag es und funkelte sie an. Sie Griff mit ihrer rechten Hand danach und hielt es auf Augenhöhe. Das Licht spiegelte sich darin und warf einen Strahl auf ihr Gesicht. Noch einmal musste sie lächeln. Sie steckte es sich in den Hosenbund und warf ihren großen Pullover darüber. Dann verließ sie, ohne noch einmal kehrt zu machen, das Haus.
Sie lief durch die beißende Kälte, ihr Gesicht fror. Ihre Hände versteckte sie unter den langen Ärmeln ihres Pullovers. Jeder ihrer Schritte knirschte im Schnee. Sie hätte sich eine Jacke anziehen sollen, das wusste sie. Aber das konnte sie nicht. So hatte sie es sich nicht vorgestellt.
Sie war angekommen. Ihr Rücken lehnte gegen die große Eiche. Sie ließ sich zu Boden sinken. Das Messer in ihrer Hose schnitt ihr in den Oberschenkel. Es war auf dem Weg zu diesem Ort für sie nicht mehr spürbar gewesen. Als wäre es mit ihrer Haut verschmolzen. Sie hatte es ganz vergessen. Bis jetzt, wo es ihr in den Oberschenkel schnitt. Sie zog es vorsichtig unter dem Hosenbund hervor. An seiner Klinge befand sich Blut. Nur ein bisschen. Nicht so viel, dass es tropfen und den Schnee unter ihr rot färben könnte. Doch das war es, was sie sich wünschte.
Noch konnte sie zurück nach Hause gehen. Sie könnte weiterleben wie bisher. Sie holte tief Luft und wartete, bis sie all diese Luft auf einmal wieder aus ihren Lungen stieß. Nein. Sie wollte das.
Sie wollte, den Schnee mit Blut tränken.
Ein rascheln hinter ihr riss sie aus ihren Gedanken. Da ist sie. Die gleiche Zeit wie immer. Sogar im kältesten Winter setzte sie sich noch an ihren Platz. Der Platz an dem sie damals immer gemeinsam saßen. Der Gedanke daran lief ihr wie ein Schauer über den Rücken. Ihr Anblick versetzte ihr am ganzen Körper Gänsehaut. Aber nicht etwa aus Angst. Nein aus Vorfreude. Sie wusste, dass es richtig war herzukommen. Endlich würde sie das zu Ende bringen, was sie sich sonst nur in ihrer Fantasie getraut hatte. 
Noch einmal atmete sie tief ein und wieder aus. Sie stand auf. Mit zielführendem, aber leisem Schritt ging sie auf das Mädchen zu. Hätte sie sie sehen können, wäre sie wahrscheinlich aufgestanden, weggelaufen. Aber das tat sie nicht. Das Messer lag längst mit festen Griff in ihrer Hand. Der erste Stich traf heftig, aber nicht tödlich. Das Mädchen kippte nach vorn auf die Knie. Schnappte nach Luft, erstarrte vor Angst. Als sie wieder zu sich kam versuchte sie auf allen Vieren die Flucht zu ergreifen. Aber sie stieß ihr das Messer in die linke Wade, bevor sie sich weit entfernen konnte. Das Mädchen stieß einen Schmerz erfüllten Schrei aus. So hatte sie sich das nicht vorgestellt. Sie wollte ihr Gesicht dabei sehen. Sie wollte die Angst in ihren Augen sehen, wenn sie endlich verstand, was mit ihr passieren würde und sie nach Hilfe schreien würde. Also stieß sie das Mädchen mit einem harten tritt um, sodass sie erst auf der Seite lag und sich dann auf den Rücken fallen ließ. Ihre Blicke trafen sich. Der Schmerzverzerrte Blick des Mädchens ließ das Adrenalin in ihrem Körper hochschnellen. Für einen kurzen Moment stand sie einfach so vor ihr und schaute auf sie herab. Es fühlte sich wie eine Ewigkeit an. Als ob die Zeit stehen geblieben wäre. Das Mädchen schien nun zu verstehen, was mit ihr passieren würde. Sie lächelte. Es fühlte sich so gut an, das Mädchen so zu sehen. Das Mädchen holte Luft, sie wollte schreien. Beim ersten Laut aus ihrem Mund bohrte sie ihr das Messer tief in die Brust. Sie schnitt ihr den Oberkörper bis zum Bauchnabel auf. Die Rippen stellten einen schwereren Widerstand dar, als sie es sich in ihrer Vorstellung ausgemalt hatte. Aber das machte die Sache für das Mädchen nur noch schmerzvoller und der Gedanke daran gefiel ihr. Bis jetzt hatte sie den Blick in keiner Sekunde von dem des Mädchens abgewendet. Dieser Schmerz, gemischt mit Angst und Überraschung in dem Blick des Mädchens ließ Glückshormone in ihr hochsteigen.
Und jetzt. Endlich. Der Schnee saugte sich voll mit Blut. Sie hatte vorhin schon ein bisschen Blut im Schnee vergossen, als sie auf allen Vieren versucht hatte zu fliehen. Aber jetzt, jetzt war es eine viel größere Menge Blut. Warmes Blut, das den Schnee langsam schmelzen ließ, aber dann langsam runter kühlte und mit dem Schnee gefror. Es verschmolz zu blut rotem Schnee. Die Vorstellung daran, dass das bald auch mit dem Mädchen und der Erde in der sie begraben sein wird passieren würde, ließ sie lächeln.
Das Stöhnen des Mädchens holte sie wieder zurück ins Hier und Jetzt. Die Augenlider des Mädchens flimmerten, die Augäpfel darunter bewegten sich ziellos umher. Nein. Sie konnte noch nicht sterben. Nicht jetzt schon. Sie war noch nicht fertig mit dem Mädchen. Eine Ohrfeige holte das Mädchen kurz zurück, aber sie wusste, dass sie den Tod nicht mehr lange aufhalten konnte. Also festigte sie ihren Griff noch ein letztes mal und setzte am Hals des Mädchens zu einem Tiefen Schnitt an. Noch mehr Blut verließ nun den Körper des Mädchens und wie sie da so lag konnte man sehen, wie sie immer blasser und der Kontrast zu ihrer Haut und dem roten Schnee, der sie umgab, immer stärker wurde. 
Während der letzte Rest leben aus dem Körper des Mädchens verschwand, ließ sie sich neben ihr im Schnee nieder. Erleichterung durchfuhr ihren Körper. Das war alles was sie wollte.
Es hatte nicht so lange gedauert, wie sie gehofft hatte. Aber es fühlte sich in Wirklichkeit noch besser an, als es das in der Vorstellung immer getan hatte. Nun konnte sie gehen. Sie war frei.
Sie gab sich noch einen kurzen Moment um Abschied von dem Mädchen zu nehmen. Das Messer ließ sie neben dem leblosen Körper liegen. Sie brauchte es nun nicht mehr. Es war wie ein Symbol für den metaphorischen Stein, der ihr nach dieser Tat vom Herzen gefallen ist.
Sie richtete sich langsam auf.
Schritt für Schritt ging sie. Sie wusste genau wohin sie ihre Füße nun tragen würden.
Ein letzter Blick von oben hinab. Sie spiegelte sich in der Oberfläche. Sie erkannte ihr Gesicht aus der Entfernung nicht, ihr Umriss war nur ein vager Schatten, kaum zu erkennen, aber sie wusste, dass sie lächelte. Wie so oft an diesem Tag. Und mit diesem Lächeln im Gesicht sprang sie erleichtert in die Tiefe.

Mittwoch, 23. August 2017

Niemand wird gefragt, ob er geboren werden will.

Und ich fange diesen Eintrag schon wieder damit an, zu schreiben, dass ich lange weg war, blablabla. Ihr kennt das mittlerweile.
Kurzfassung von allem: Das Arbeiten in der alten Einrichtung hat mich komplett kaputt gemacht. Ich habe mir 10 kg angefressen und durch den Vertrauensverlust gegenüber meines Therapeuten und der Tatsache, dass es mir zunehmend schlechter ging, entschied ich mich (nach Vorschlag meines Therapeuten) nochmal in die Klinik zu gehen. Der Scheiß hat gar nichts gebracht. Außer, dass durch einen psychopathischen Kerl ein altes Trauma von mir wieder hochkam. Das ging dann soweit, dass der Typ Hausverbot bekam und sobald er sich dem Grundstück genährt hätte, die Polizei eingeschaltet worden wäre. Danke liebe Klinik, für diese absolut tolle Erfahrung.
Wieder zu Haus angekommen ging's mir weiterhin schlecht. Naja, was heißt ging? Es geht mir immer noch beschissen. Ich kotze wieder. Ich verletze mich sogar wieder selbst.
Ich habe mit einem Freund von mir darüber gesprochen. Über das alles. Er hat so ziemlich die gleichen Ansichten zum Leben, wie ich. Wenn man schon nicht gefragt wird, ob man geboren werden will, sollte man zumindest das Ende selbst bestimmen dürfen.
Und genau das will ich. Das werde ich. Aber, zuerst muss ich dünn werden. Ich möchte keinen extra angefertigten Sarg, weil mein fetter Arsch nicht in einen normalen reinpasst. Nein, zumindest wenn ich tot bin, will ich einmal gut aussehen. Denn dann kommen sie alle. Sie kommen alle und gucken. Heucheln.

Sonntag, 12. März 2017

Schon wieder so lang weg gewesen.

Vorweg: Ich bin nun wieder in meiner alten Praktikumseinrichtung. Niemand hat sich mehr für mich eingesetzt, es war allen egal. Es gab ein kurzes Klärungsgespräch, nachdem es jetzt auch besser geworden ist, aber wohl fühle ich mich trotzdem definitiv nicht.

Mit meinem Therapeuten habe ich darüber gesprochen, dass ich enttäuscht von ihm bin. Und dass ich darüber nachgedacht habe nicht mehr zu ihm zu kommen. Eigentlich dachte ich, das wäre nur so ein Gedanke aus der Enttäuschung heraus gewesen. Aber umso mehr ich darüber nachdenke umso mehr wird mir klar, dass ich meinem Therapeuten wirklich nichts mehr erzählen möchte. Ich hab mein Vertrauen zu ihm wirklich komplett verloren.
Dabei bräuchte ich ihn jetzt eigentlich so sehr wie schon lange nicht mehr..
In der Schule läuft Momentan alles scheiße. Das Praktikum ist beschissen, weil ich mich durch das blöde Gefühl da einfach die ganze Zeit nur auf einem Fleck bewege und nicht voran komme. Zu Hause wird alles wieder schlimmer und mit mir selbst geht es von Tag zu Tag auch immer weiter den Bach runter. Es ist aber vor allem noch stärker so, seit mein Therapeut mir so in den Rücken gefallen ist. Ich weiß nicht. Irgendwie hab ich das noch nicht verkraftet.

Mit J. schreibe ich immer noch. Seit 7 Monaten insgesamt und seit 3 Monaten davon total regelmäßig. Ich werde einfach nicht schlau aus ihm.. würde gern noch schreiben warum, aber mir geht's grad einfach nur wieder beschissen.. ich muss schlafen.. sonst kann ich mich nicht mehr kontrollieren. Tut mir leid..

Mittwoch, 18. Januar 2017

ein kleiner Lichtblick. vielleicht.

Ich habe heute noch einmal mit meiner Klassenlehrerin über die momentane Situation gesprochen, was das Praktikum angeht, weil sie mich darauf angesprochen hat. Sie hat gesagt, sie findet das richtig schlimm, dass diese ganze Situation einfach nicht voran kommt und das mir Versprechungen geben werden, die einfach nicht eingehalten werden. Außerdem findet sie es auch dreist, dass mir einfach nicht geantwortet wird und sie versteht meine Angst. Sie will jetzt noch einmal mit dem Schulleiter sprechen. Ich bin gespannt.. aber mittlerweile einfach nur noch schlapp und genervt von dem ganzen Scheiß..

Naja, mal etwas anderes..
J. hat sich wieder bei mir gemeldet. Schon zu meinem Geburtstag vor 3 Monaten. Da hat er mir aber nur gratuliert und wir haben danach kurz weiter geschrieben. Nun meldet er sich seit kurzem jeden Tag. Da ich meine alten Blogeinträge gelöscht habe, sollte ich vielleicht kurz erklären, wer J. überhaupt ist. Ich kenne ihn, seit ich ca. 14 war. Ich hab immer von ihm geschwärmt. Er kannte mich nicht. Er wusste nicht mal, dass ich existiere. Mit 17 war ich dann auf einem Geburtstag eingeladen, auf dem er auch war. Ich hätte mich niemals getraut, ihn anzusprechen, wenn ich nicht total betrunken gewesen wäre. Ich sagte ihm nur, dass ich ihn schon immer total schön fand und hab ihn dann geküsst. Einfach so. Dann bin ich, ohne eine Reaktion von ihm abzuwarten, zur Toilette um mich zu übergeben. Romantisch, ja, ich weiß. Danach waren wir bei Facebook befreundet, haben aber nie wieder ein Wort miteinander gewechselt, weder gesprochen, noch geschrieben.
3 Jahre und ein paar Monate später, vor 15 Monaten, hat er mir dann zu meinem 21 Geburtstag gratuliert. Es stellte sich raus, dass er sich nicht mehr an mich erinnern konnte. Zumindest nicht, an mein 17 jähriges, betrunkenes ich. Er wusste nur das Offensichtliche, nämlich, dass wir seit längerer Zeit bei Facebook befreundet waren. Auf die Frage, ob ich noch weiß, woher wir uns kennen, tat ich so, als ob ich selbst keine Ahnung haben würde. Wir blieben in Kontakt und fingen an, uns zu treffen. Die ganze Sache endete 5 Monate später, weil er dann ständig Ausreden hatte, um sich nicht mit mir zu treffen und im Endeffekt wieder mit seiner kranken Stalker-Ex-Freundin zusammen gekommen ist. Ich hab mir dann gesagt, "ok, das war wieder so klar, vergiss es einfach." Hab ihn mir aus dem Kopf geschlagen, naja es zumindest versucht und dann ja auch M. kennengelernt, mit dem ich ja jetzt zusammen bin. J. war aber immer irgendwie im Hinterkopf. Ich hab einfach, so sehr ich mir wünsche ich hätte es, nie richtig mit ihm abgeschlossen.
Wow, dass ist doch etwas mehr Erklärung, als ich eigentlich vor hatte zu schreiben.. Ich bin aber jetzt einfach völlig verwirrt. Er hat mir die Sache mit seiner Ex-Freundin erklärt, die einfach nur krank im Kopf ist und sich bei mir entschuldigt. Außerdem hat er gefragt, ob ich nicht mal wieder Zeit hätte. Ganz Freundschaftlich, weil er mich immer noch lieb hat. Ich weiß wirklich nicht, was ich jetzt machen soll..

HILFE.

Dienstag, 17. Januar 2017

und auf einmal stellt man alles in Frage.

Ich bin am Ende. Mein Therapeut hat nun mit meinem Schulleiter gesprochen und die beiden haben beschlossen, dass ich zurück in die Einrichtung muss, in der ich vorher war. Es soll zwar ein klärendes Gespräch geben, aber ich bin überzeugt, dass ich mich danach nicht wohler fühlen werde dort.
Ich bin so verzweifelt und enttäuscht. Mein Schulleiter hatte mir den Wechsel eigentlich schon versichert, auch wenn er der Meinung geblieben ist, dass sein Weg besser wäre. Außerdem hat er gesagt, er würde nicht versuchen wollen, meinen Therapeuten (der bis dahin ja noch hinter mir stand) von seiner Ansicht zu überzeugen. Und jetzt?! Ich fühl mich so unendlich übergangen..
Ich habe dadurch ehrlich gesagt auch das Vertrauen zu meinem Therapeuten verloren.. ich erzähle ihm, in drei Therapiestunden, wie schlecht ich in der Einrichtung behandelt wurde und wie viel Angst ich vor dieser Person habe und er entscheidet hinter meinem Rücken, über meinen Kopf hinweg, dass ich dahin zurück muss?! Ich möchte ehrlich gesagt mit ihm auch nicht mehr reden. Ich kann gar nicht wirklich erklären, wie ich mich dabei fühle, aber es fühlt sich auf jeden Fall beschissen an. Am liebsten würde ich die ganze Therapie abbrechen.
Reagiere ich über? Ich weiß es nicht.. aber ich fühle mich gerade so unglaublich minderwertig und unwichtig. Egal, was ich sage, wie ich mich fühle. Mit mir kann man's ja machen.. und auf meine E-Mail reagiert mein Schulleiter gar nicht. Fühlt man sich gleich noch wichtiger, das ist so klasse..

Sonntag, 8. Januar 2017

Neues Jahr.

Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wo ich mit dem erzählen anfangen soll, weil ich schon wieder so ewig nicht geschrieben habe..
Aber vielleicht erzähle ich zu erst mal von dem Gespräch mit meiner Lehrerin. Das lief im Endeffekt doch alles andere als gut, da mein Schulleiter der Meinung war, ein Gespräch muss sein und ein Wechsel der Einrichtung ist der letzte Ausweg. Es folgten dann mehrere Gespräche mit ihm, meiner Lehrerin und mir, in denen ich jedes Mal in Tränen ausgebrochen bin. Ich war sooooooo unglaublich verzweifelt und habe dann mit meinem Therapeuten über alles geredet. Er war Gott sei Dank auf meiner Seite bei der Sache und hat mich auch darin bestärkt für mich und mein Wohl einzustehen. Er sagte, wenn ich jetzt nachgeben würde, dann würde ich nur wieder mein altes Muster bestätigt bekommen, dass es scheiß egal ist, was ich sage, meine Meinung und mein Wohlergehen zählt eh für niemanden. Mein Schulleiter hat sich daraufhin einsichtig gezeigt und gemeint es würde dann zu einem Wechsel kommen, aber da mein Therapeut angeboten hat, auch nochmal mit ihm zu reden, wollte er das Angebot auch gerne annehmen.
Übermorgen sollte ich dann eigentlich in eine neue Einrichtung gehen. Mein Schulleiter hat sich aber mit keinem Wort bei mir gemeldet, um mir bescheid zu geben, in welcher Einrichtung ich dann von jetzt an arbeite.. Das kam mir direkt komisch vor.. Ich hab ihm dann eine E-Mail geschrieben und seine Antwort war ernsthaft, dass noch nichts unternommen wurde, weil das Gespräch mit meinem Therapeuten noch nicht stattgefunden hat. Ich meine wirklich?! Reicht es nicht, zu hören, was ich sage und wie ich mich fühle? Warum muss das, was ich gesagt hab jetzt noch unbedingt bestätigt werden, bevor was getan wird?! Ok Pandora, das was du sagst ist mal wieder nichts wert. 
Als ob das nicht reichen würde bin ich mit meinem Gewicht nun noch unzufriedener als sowieso schon. Ich dachte wirklich über die Feiertage hab ich so viel zugenommen, dass mein Gewicht wieder bei 85 oder so liegt. Die Waage hat heute morgen, nach langer Zeit des nicht Wiegens aber dann 78,2 kg angezeigt. Eigentlich habe ich also über die Feiertage nicht so viel zugenommen, wie ich gedacht habe, weshalb ich erleichtert sein sollte. Aber das bin ich nicht. Ich weiß nicht, meine Waage muss kaputt sein oder sowas. Wenn ich in den Spiegel schau sehe ich nämlich deutlich, wie fett ich geworden bin. Und das müssen mehr als 2-3 kg sein, die dazu gekommen sind. Es sieht eher aus wie 10-15. Ich fühl mich so eklig und meine Sachen werden alle immer enger. Einfach nur widerlich seh ich aus.
Im Moment ist es außerdem nochmal schwieriger abzunehmen, weil ich oft mit M. zusammen bin. Eigentlich ist er super wenig und ich würde sofort schlank werden, wenn ich essen würde, wie er. Aber da ist auch das Problem. Er sollte eigentlich zunehmen, da er am Rand des Untergewichtes steht. Ich bin so unglaublich neidisch, weil er einfach nie Hunger hat. Aber ich mach mir auch Sorgen. Er selbst will auch zunehmen, deshalb achte ich mit ihm darauf, dass er auch genug isst. Das führt aber leider auch dazu, dass er auch darauf achtet, dass ich esse. In der Hinsicht ist es also grad wirklich schwierig..

Das wars auch erstmal wieder für heute. Es ist fast 3 Uhr und ich denke, ich sollte nochmal versuchen zu schlafen.. '♥

Mittwoch, 23. November 2016

"..wäre ein Wechsel möglich?"

Ich hab schon wieder so lange nicht geschrieben.
Ich hass' mich echt selbst dafür, dass ich so undiszipliniert bin. Undiszipliniert in jeder Hinsicht irgendwie. Es ist einfach so viel neuer Scheiß dazu gekommen die letzte Zeit. Da hab ich grad versucht mit dem alten Scheiß abzuschließen, da läuft mir schon der neue Scheiß hinterher. Nein, er läuft eigentlich nicht. Er landet viel mehr. So wie Vogelscheiße, die dir im unpassensten Moment direkt auf den Kopf oder auf die Schulter fliegt. Ja, ich glaube das ist eine gute Beschreibung dafür.
Zuerst war ich Ewigkeiten krank, hatte nacheinander von Erkältung, über Grippe bis hin zu Blasenentzündung einmal alles. Und als hätte ich mich extra angesteckt um nicht Arbeiten zu können, werd' ich, jetzt wo ich wieder da bin, auf der Arbeit nur noch angepampt und zur sau gemacht. So geil. Ich hab mich da ja noch nie richtig wohl gefühlt, aber seitdem werd' ich entweder fertig gemacht oder ignoriert. Das geht so weit, dass ich teilweise heulend von der Arbeit nach Hause komme. Ich habe mit der Lehrerin, die mich in der Praxis betreut, darüber gesprochen und ich bin so glücklich, dass sie mich ernst nimmt, und mir glaubt. Morgen habe ich nochmal ein Gespräch mit ihr und es wird darüber gesprochen, ob ich die Einrichtung wechseln kann. Ein Gespräch auf der Arbeit haben wir (gott sei dank) schon mehr oder weniger ausgeschlossen, weil ich auch die Befürchtung geäußert habe, dass danach alles nur noch schlimmer wird. - Zur Erklärung, es ist nicht so, dass ich mich vor einem Gespräch drücke, im Gegenteil, ich habe schon öfter versucht auf der Arbeit bestimmte Probleme anzusprechen und das auf verschiedene Art und Weisen. Ich hab es sogar so versucht, dort zu schildern, dass ich mich momentan unter Druck gesetzt fühle, da ich dort auch Aufgaben bekomme, die wir in der Schule noch nicht mal hatten, von denen ich keine Ahnung habe, wie die gelöst werden und mit denen ich allein gelassen werde (was ich natürlich nicht direkt so vorwurfsvoll formuliert hab). Aber man stößt da auf Stein (oder Granit? Wie heißt das? Egal). Und wenn das schon nichts bringt oder alles eher schlechter gemacht hat, dann wird ein Gespräch mit der Lehrerin nichts daran ändern. Dann wird hundert prozentig nur gedacht "aha, die hat hinter unserem Rücken so über uns geredet." und ich werde noch mehr runtergemacht oder mit Ignoranz gestraft.
Ich bin gespannt, was bei dem Gespräch mit meiner Lehrerin morgen rauskommt..
Aber jetzt muss ich erstmal schlafen, muss ja morgen fit sein dafür, Ignoriert und fertig gemacht zu werden. :)

'♥